Kack die Wand an!

Der ganze verdammte Mist begann – wie auch sonst? – nach ner geilen Party. Irgendwie muss in der unachtsamen Minute, in der die Synapse, die gerade mit den Absinthresten kämpfte, und dem Axon, das den Absolut zu verscheuchen versuchte, ein Wurmloch aufgegangen sein. Zack! Da war sie, die Idee, straight from the Hyperraum!

„Los Leute, nennt mir mal Schimpfwörter“, faselte ich in die kleine Runde in Prestewitz, einem Dorf irgendwo in der Südbrandenburger Pampa, in der schon der nächste Rotwein, Wodka und zwei, drei Flaschen Meisterbräu kursierten.

Bald darauf ertappte ich mich dabei, jeden, der mir über den Weg lief, nach Schimpfwörtern zu fragen: Bauarbeiter, Rapper und Rocker; Studenten, Eltern, Senioren; Brandenburger, Berliner, Bayern. „Los, delivern!“, hieß es.

Vier Monate hatte ich schon gesammelt, da fiel mir die Tiefe des ganzen Einfalls auf: Noch immer hörte ich Schimpfwörter, die nicht auf meiner inzwischen reichlich langen Liste standen. Ich sah Leute lächelnd und ungläubig Köpfe schütteln, begegnete Schimpfwortpäpsten und unschuldig dreinblickenden Kindern, die mir unsäglichen Unflat ins Gesicht warfen. Und immer wieder tauchten auch verflucht geläufige Worte auf – wie bei der Dame, die nach fünf Minuten Überlegen sagte: „Also, das schlimmste Wort, das ich benutze, ist 'Schuft'„ –, die keinem der vorher Befragten in den Sinn gekommen waren.

Das Projekt entwickelt sich munter weiter; noch ist kein Ende in Sicht: Ich bin in ein sprachliches Fraktal eingetaucht, eine Mandelbrotmenge, deren Äste ich noch erforsche ... und irgendwie muss ich den ganzen Quatsch ja auch finanzieren.

Plakat DIN A1 (59,4 x 84,1 cm), 100g

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Daniel Wagner
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